Ben Witter
Biografie
Der Dichter, Schriftsteller und Journalist Ben Witter (1920 – 1993) lebte und arbeitete stets mit nur kleinen Unterbrechungen in Hamburg, wirkte aber mit seinem unverwechselbaren Stil und seiner stets wachbleibenden kritischen Haltung weit über Hamburg hinaus.
Nach dem Besuch der höheren Schule und einem kurzen Studienaufenthalt in Heidelberg ließ er sich zunächst einmal zum Antiquar und Verlagsbuchhändler ausbilden. Darauf folgte dann eine journalistische Ausbildung beim „Hamburger Fremdenblatt“, die er mit einer ausgezeichneten Abschlussprüfung beendete, sodass er sofort – ohne Mitgliedschaft einer NS-Organisation! - als Redakteur in die Lokalredaktion des Blattes übernommen wurde. Doch 1943 wurde er als „untragbarer Intellektueller“ von der Redaktion ausgeschlossen und stattdessen zur Identifizierung von Bombenopfern dienstverpflichtet. Nach dem Krieg trat er 1946 in den Redaktionsstab der von den Engländern gegründeten Tageszeitung „Die Welt“ ein und blieb dort bis 1973 Chefreporter. Von 1953 an schrieb er als Kolumnist die regelmäßig in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erscheinende Kolumne „Spaziergang mit Prominenten“. Doch immer mehr mutierte sein journalistisches Arbeiten zur literarischen Prosa: satirische Kurzprosa, Essays, Lyrik, Novellen und Romane wurden bis 1992 veröffentlicht. Autobiographisch sind sein Erstling „Tagebuch eines Müßiggängers“ (1962) und eines seiner letzten Bücher „Müßiggang ist allen Glückes Anfang“ 1985, in denen er sich selbst beobachtend in den Mittelpunkt stellt Mit dem „Kurzgeschichtenpreis“ der „New York Herald Tribune“ 1950 und dem an ihn 1967 verliehenen „Theodor-Wolff-Preis“ – der deutsche Journalistenpreis der deutschen Zeitungen für Journalisten, „die in der deutschen Öffentlichkeit das Bewusstsein für Qualität, Bedeutung und Verantwortlichkeit journalistischer Arbeit lebendig halten“ - hat er zwei Preise erhalten, die noch einmal sein breites, innovatives Schreiben bestätigen. 1992 folgte das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1995 nun vergibt die von ihm selbst initiierte „Ben-Witter-Stiftung“ den mit 15.000 Euro dotierten „Literaturpreis“ für literarisches und journalistisches Schreiben, das sich besonders durch geistige Unabhängigkeit und gesellschaftskritischen Humor auszeichnet..