Helmut Heinrich Waldemar Schmidt

Biografie

Bundeskanzler a.D. Dr. h.c. mult. Helmut Schmidt war der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Helmut Schmidt wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg geboren. Er legte 1937 an der Lichtwarkschule in Hamburg Abitur ab. Während des Zweiten Weltkrieges war Schmidt Soldat der Wehrmacht und stieg bis zum Oberleutnant auf. Im April 1945 geriet Schmidt in Kriegsgefangenschaft, aus der im Dezember 1945 entlassen wurde. Ab 1946 studierte er Volkswirtschaftslehre sowie Staatswissenschaft in Hamburg. Er schloss das Studium 1949 mit einem Diplom in Volkswirtschaft ab. Schmidt wurde 1945 in Mitglied in der SPD. Von 1949 bis 1953 arbeitete er zunächst als Referent, dann als Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung; ab 1952 war er Verkehrsdezernent in der „Behörde für Wirtschaft und Verkehr“ in Hamburg, die der spätere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller leitete. Von 1953 bis 1962 war Schmidt SPD-Bundestagsabgeordneter. Seine rhetorische Schlagfertigkeit, die er in zahlreichen Rededuellen unter Beweis stellte, brachte ihm den Spitznamen „Schmidt-Schnauze“ ein. Im November 1961 wurde Schmidt Innensenator von Hamburg. Sein Umgang mit der Flutkatastrophe im Februar 1962, bei der Schmidt die Bundeswehr zur Hilfe holte, begründete seinen bundesweiten Ruf als Krisenmanager. Von 1965-1987 war Schmidt erneut Bundestagsabgeordneter. Von 1969-1972 hatte er das Amt des Bundesverteidigungsministers inne. Von 1972-1974 war er Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen; nach dem Rücktritt Willy Brandts wurde er am 16. Mai 1974 zum fünften Bundeskanzler gewählt. Schmidt blieb bis 1982 Bundeskanzler und wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum abgelöst. In seiner Amtszeit erreichte der RAF-Terrorismus, besonders im sog. „Deutschen Herbst“ 1977 seinen Höhepunkt. Schmidts Ansichten zur Rüstungspolitik, die auf ein „Gleichgewicht des Schreckens“ setzten, wurden auch innerhalb der SPD kontrovers diskutiert. Besonders der „Nato-Doppelbeschluss“ führte zur Formierung einer starken Friedensbewegung und bundesweiten Protesten. Nach seiner Zeit als Bundeskanzler war Schmidt bis 1989 zunächst Geschäftsführer und dann Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er wurde mit zahlreichen Ehrendoktortiteln und Preisen ausgezeichnet und war Ehrenbürger der Städte Berlin, Bonn Bremen, Hamburg und Güstrow, sowie Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein. Bis zu seinem Tod genoss er in weiten Teilen der Bevölkerung hohes Ansehen und galt als moralische Instanz.
Helmut Schmidt war 68 Jahre mit seiner einstigen Schulfreundin „Locki“ verheiratet. Die gemeinsame Tochter Susanne lebt als Wirtschaftsjournalistin in England.
Helmut Schmidt starb am 10. November 2015 in Hamburg.