Nathan Otto Jonas
Biografie
Otto Jonas entstammte einer wohlhaben- den jüdischen Familie, die seit dem 18. Jahr- hundert eine Gold-und Silberscheideanstalt in der Hamburger Neustadt besaß. Nach der Lehre ging er nach England und kehrte Ende der 1870er Jahre in die Hansestadt zurück, um im großväterlichen Geschäft, der 1826 gegründeten Privatbank Jonas & Co., zu arbeiten. Bereits 1882, im Alter von nur 24 Jahren, machte ihn sein schwer erkrankter Vater zum Teilhaber des Bankhauses, welches überwiegend im Bereich Wertpapiergeschäfte und der Verwaltung von Wertpapierdepots tätig war. Otto Jonas führte die Firma erfolgreich durch diverse Krisen während des Ersten Weltkrieges und der anschließenden Inflation. Er war Mitglied des Börsenvorstandes und langjähriger Handelsrichter sowie im Vorstand vieler wohltätiger Vereine und Stiftungen. 1922 trat sein Schwiegersohn Rudolf Herms als Teilhaber in das Bankhaus ein und führte es mit Partnern weiter. 1941 wurde die Bank vollständig „arisiert“ und in Herms & Co. umbenannt. Die Witwe Emmy Jonas musste ihr Kommanditkapital aus der Firma ziehen und verlor es als sie auswanderte. Herms selbst war wegen seiner Ehe mit einer Tochter von Otto Jonas in akuter Gefahr und wurde verfolgt. Er setzte sich nach 1945 für die Rückgewinnung verlorener Vermögen aus der Verwandtschaft seiner Frau ein, von der einige Mitglieder (u. a. eine Tochter von Otto Jonas) in Konzentrationslagern ermordet worden waren.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise