Dr. Johannes Wilhelm Classen
Biografie
Johannes Classen war ein Physiker und Gründer des elektrischen Prüfungsamtes in Hamburg. Nach der Reifeprüfung am Realgymnasium des Johanneums 1883 studierte er in Breslau und Jena Physik und Mathematik. 1889 wurde er mit einer Arbeit über die spezifische Wärme des flüssigen Schwefels in Jena promoviert. Seit 1887 war Classen als wissenschaftlicher Assistent am Physikalischen Staatslaboratorium in Hamburg tätig, 1902 wurde er Gründer und erster Vorsteher des elektrischen Prüfungsamtes und erhielt 1903 den Professorentitel. Von 1902 bis 1916 hielt er Vorlesungen zur Physik am Allgemeinen Vorlesungswesen der Oberschulbehörde ab, u. a. über die Natur des Lichts. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er 1924 in den einstweiligen Ruhestand versetzt; 1926 wurde der Pensionär zum wissenschaftlichen Rat ernannt. Wissenschaftlich publizierte er Lehrbücher insbesondere über mathematische Optik, Theorie der Elektrizität und des Magnetismus.
Daneben war er kirchlich sehr engagiert: Seit 1922 gehörte er dem Kirchenvorstand der St. Lukas-Gemeinde in Fuhlsbüttel an, dessen Vorsitz er 1927 übernahm. Als Mitglied der Synode der Evangelisch-lutherischen Kirche im Hamburgischen Staate seit 1922 schloss er sich der neukirchlichen Fraktion an. Classen war stellvertretendes Mitglied des Kirchlichen Disziplinarhofes. Als Vertreter der gesamten Landeskirche nahm er an den Deutschen Evangelischen Kirchentagen in Bethel-Bielefeld 1924 und Königsberg 1927 teil.
Neben seinen dienstlichen Aufgaben war ihm die Verbindung von Christentum, Kirche und Naturwissenschaften sehr wichtig. Im Hamburger Protestantenverein hielt er einen viel beachteten Vortrag über naturwissenschaftliche Erkenntnis und den Glauben an Gott, der auch publiziert wurde. Vor der Hamburger Ortsgruppe des Deutschen Monistenbundes sprach er über seine Bedenken gegen den Monismus.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise