Dr. Richard Huesmann Wilhelm Heydorn
Biografie
Richard Heydorn war ein Hamburger Afrikanist. Heydorn hatte die Schule zunächst ohne Abitur verlassen und als hochbegabter Pianist Musik am Vogtschen Konservatorium in Hamburg studiert. Bereits als Jugendlicher spielte er Orgel bei den gottesdienstlichen Veranstaltungen seines Vaters. Um später doch noch die Reifeprüfung ablegen zu können, besuchte er zur Vorbereitung die Unterrichtsanstalt Jessel, wo er die Tochter des Liberianischen Konsuls Fatima Massaquoi kennen lernte. Beide wohnten zeitweise unverheiratet zusammen. Nachdem er im Herbst 1931 das Abitur nachgeholt hatte, entschied er sich zum Studium der Afrikanischen Sprachen, das er zwischen 1931 und 1933 in Hamburg absolvierte. 1933 wechselte er nach Paris, um dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen.1934 ging Heydorn aus demselben Grund nach Afrika, wo er fünf Jahre in Liberia lebte und Material für seine Dissertation sammelte. Drei Jahre arbeitete er als Lehrer und Sprachberater in der „USA Holy Cross Mission“- Schule in Pendembu an der Grenze zu Sierra Leone. Er unternahm ausgedehnte Studienreisen durch das Hinterland und nahm dabei kaum oder gar nicht erforschte Sprachen und Dialekte auf. Heydorn erfasste die bis dahin wenig bekannten Sprachen Bandi, Loma und Kisi grammatikalisch und lexikalisch und sicherte völkerkundliches Material. 1938 bewirkten allgemeine Abneigung gegen das Deutsche Reich und Furcht vor deutschen Kolonialambitionen die Ausweisung von deutschen Staatsbürgern aus Liberia, sodass Heydorn 1939 nach Hamburg zurückkehren musste.
Dort setzte er sein Studium in den Fächern Afrikanistik, Völkerkunde und Phonetik fort. Noch 1939 wurde seine Dissertation über „Die Sprache der Bandi im nordwestlichen Liberia, Grammatik und Texte“ angenommen und 1940/41 publiziert. Weitere Ergebnisse seiner linguistischen Arbeiten über die liberianischen Sprachen Vai, Bandi und Manya wurden als Aufsätze gedruckt bzw. posthum ediert.
Nach einer kurzen Beschäftigung an der Bibliothek der Deutschen Kolonialgesellschaft in Berlin, wurde Heydorn 1940 zur Armee eingezogen, wo er in die Dolmetscher-Lehr-Abteilung kam. Im Februar 1943 wurde er als Panzer-Grenadier an die Ostfront versetzt. Dort erlag er am 3. Mai 1943 einer schweren Verwundung.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise