Prof. Dr. Hermann August Klingenheben

Biografie

August Klingenheben war ein Hamburger Afrikanist. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Tübingen ab 1905 Evangelische Theologie. Zum Wintersemester 1905/06 ging er nach Marburg. In Halle, wo er von 1906 bis 1911 studierte, wechselte er Ostern 1907 zur Philologie, studierte Orientalistik und legte die Turnlehrerprüfung ab. 1911 wurde er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei dem Afrikanisten Carl Meinhof am Hamburgischen Kolonialinstitut. Im Frühjahr 1914 unternahm er mit Meinhof eine Forschungsreise in den Anglo-Ägyptischen Sudan. Von August 1914 bis März 1919 war er im Ersten Weltkrieg deutscher und türkischer Frontoffizier in Russland, Rumänien und Mesopotamien. Nach Kriegsende konnte er seine Stelle nunmehr an der Hamburgischen Universität wieder aufnehmen. Ein Jahr später wurde er in Leipzig mit einer Arbeit zum Hausa-Dialekt von Katagum promoviert. 1924 habilitierte er sich in Hamburg über die Laute des Ful. 1926/27 war er stellvertretender Seminardirektor. 1926 unternahm er eine Studienreise nach Spanisch-Marokko, ein Jahr später nach Liberia und Sierra Leone. 1928 wurde ihm die Amtsbezeichnung „Professor“ verliehen. Er bereicherte das Seminar, da er sich anders als Meinhof auf die Sprachen des nördlichen und westlichen Afrikas konzentrierte.

1930 wurde August Klingenheben außerordentlicher Professor für afrikanische Sprachen in Leipzig, sechs Jahre später als Nachfolger Meinhofs Ordinarius in Hamburg, wo er afrikanische und semitische Sprachen lehrte. Ab Mai 1938 war er Mitglied des Ausführenden Rates des Internationalen Instituts für afrikanische Sprachen und Kulturen in London. Für ihn war die Afrikanistik streng linguistisch ausgerichtet. Klingenheben ging es um die Dokumentation, Beschreibung und Klassifikation der mehr als tausend afrikanischen Sprachen.

Politisch trat Klingenheben am 1. Mai 1933 in die NSDAP ein und war von 1937 bis 1940 Blockleiter. Der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt gehörte er ab 1935, dem NS-Altherrenbund ab 1937 und dem Reichskolonialbund ab 1940 an. Von August 1945 bis Dezember 1947 war er suspendiert, danach konnte er seine Lehrtätigkeit in Hamburg wieder aufnehmen. 1954 wurde er emeritiert, lehrte aber noch bis 1965 weiter.

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise