Ilse Erika Olga Mahler-Helbing
Biografie
Ilse Mahler-Helbing, geb. Helbing, war eine Musikpädagogin. Sie besuchte von 1932 bis 1940 die König-Heinrich-Schule in Merseburg, absolvierte 1940/41 das Landjahr und besuchte von 1941 bis 1944 die Lehrerinnenbildungsanstalt Schwerin an der Warthe (heute: Skwierzyna/Polen). Ihre Klasse wurde nach Frankfurt/Oder versetzt, wo sie im September 1944 die erste Lehrerprüfung ablegte. Ein halbes Jahr unterrichtete sie in Staupitz/Niederlausitz, bevor sie vor der russischen Armee zu ihren Eltern ins Geiseltal bei Merseburg floh. Von Herbst 1945 bis 1951 lehrte sie an der Merseburger Goetheschule die Fächer Musik, Deutsch, Mathematik und Sport. Daneben besuchte sie Lehrgänge für Musik und rhythmische Gymnastik. 1950 bestand sie die zweite Lehrerprüfung in Merseburg, studierte anschließend zwei Semester Musik in Halle und bestand am 1952 die Mittelstufenprüfung. 1952 bis 1956 unterrichtete sie an der Käthe-Kollwitz-Oberschule in Merseburg und besuchte weitere Kurse zur Musikpädagogik.
Neben dem Schulchor leitete sie weitere Chöre in der DDR. Ihre Mitgliedschaft im Schäfer-Chor weckte das Interesse des Staatssicherheitsdienstes; im Frühjahr 1956 wurde sie massiv unter Druck gesetzt, um Inoffizielle Mitarbeiterin zu werden. Daraufhin floh sie am 17. April nach West-Berlin und wurde als politischer Flüchtling anerkannt. Von Juni bis November 1956 unterrichtete sie an einer Volksschule in Helmstedt, dann wechselte sie nach Hamburg und bestand am 12. Mai 1958 die zweite Lehrerprüfung für Volks- und Mittelschulen. Seit Dezember 1956 unterrichtete sie an der Schule Meerweinstraße, wo sie den Schulchor und einen Kammerchor leitete und Konzerte auch außerhalb der Schule gab. In der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens engagierte sie sich im Musikausschuss. 1966/67 unterrichtete sie an der Deutschen St. Petri-Schule in Kopenhagen, anschließend bis August 1971 wieder in Hamburg an der Volksschule Meiendorf. 1970 heiratete sie den Techniker Holger Mahler (* 1945) und wurde an die Schule Mollhagen/Kreis Stormarn versetzt mit zeitweiliger Abordnung an die Grundschule Todendorf. 1984 trat sie in den Ruhestand. Sie leitete Tanz- und Musikkreise in Schleswig-Holstein sowie den Schaalseechor in Zarrentin.