Prof. Dr. Erich Christian Wilhelm Martini

Biografie

Erich Martini war ein in Hamburg wirkender Entomologe. Der Sohn des Oberlandesgerichtspräsidenten Carl Martini studierte Biologie und Medizin. Nach der Approbation als Arzt 1906 wirkte er im Anatomischen Institut in Rostock als Assistent und Prosektor (Leiter der Abteilung für Leichenöffnung). 1908 habilitierte er sich dort für Anatomie und 1909 in Tübingen für Zoologie, wo er anschließend bis zu seinem Wechsel nach Hamburg lehrte. 1912 übernahm er in der Hansestadt die Leitung der Entomologischen Abteilung des Tropeninstituts. 1919 wurde er Privatdozent für medizinische Zoologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der neugegründeten Hamburgischen Universität, die ihm 1923 die Amtsbezeichnung Professor verlieh. Martini war ein international renommierter Wissenschaftler, der 1938 Ehrenmitglied der Rumänischen Akademie der Wissenschaften wurde und Präsident des Internationalen Entomologenkongresses in Berlin war. 1939 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Hamburger Universität ernannt. Im Nationalsozialismus wurde er persönlich vom Reichsführer SS Heinrich Himmler unterstützt, arbeitete für das SS-Ahnenerbe und lehrte im Krieg an der Militärärztlichen Akademie in Berlin. 1945 wurde Martini auf eigenen Antrag pensioniert und durfte nicht mehr an der Universität lehren. Martini war führender Entomologe in Deutschland, sein Spezialgebiet waren die Stechmücken. Er verfasste grundlegende Arbeiten über Entstehung, Übertragung und Ablauf von Seuchen in Abhängigkeit von Umwelteinflüssen.

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise