Prof. Dr. Ernst Friedrich Wilhelm Meumann

Biografie

Ernst Meumann war Professor für Philosophie am Allgemeinen Vorlesungswesen in Hamburg und hatte großen Einfluss auf die Schulreformbewegung. Er gehört zu den Begründern der Pädagogischen Psychologie und der Empirischen Pädagogik im deutschen Sprach­raum. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Tübingen, Berlin, Halle und Bonn von 1883 bis 1887 legte er 1887 und 1889 in Koblenz die beiden theologischen Examina und 1889 in Bonn die Oberlehrerprüfung ab. Nach einer Tätigkeit als Hauslehrer studierte er ab 1890 Philosophie in Tübingen und wurde dort 1891 promoviert. Im gleichen Jahr folgte das Studium der experimentellen Psychologie bei Wilhelm Wundt in Leipzig, dessen Assistent er 1893 wurde. 1894 habilitierte er sich dort im Fach. Drei Jahre später folgte Meumann einem Ruf auf ein Extraordinariat für Philosophie und Pädagogik nach Zürich, wo er von 1900 bis 1905 ordentlicher Professor war. 1903 war er Mitbegründer der Zeitschrift „Archiv für die gesamte Psychologie“. In den folgenden Jahren lehrte er in Königsberg (1905), Münster (1907), Halle-Wittenberg (1909) und Leipzig (1910), bis er im Herbst 1911 einen Ruf als Professor der Philosophie am Allgemeinen Vorlesungswesen in Hamburg annahm. Noch in diesem Jahr wurde er Vorstandsmitglied des „Bundes für Schulreform“, der seinen Hauptsitz in Hamburg hatte. 1911 wurde Meumann Mitherausgeber der „Zeitschrift für Pädagogische Psychologie und Experimentelle Pädagogik“. 1914 entstand unter seiner Leitung das Institut für Ju­gendkunde, das überregional die wissenschaftliche Jugendkunde koordinieren und Öffentlichkeitsarbeit leisten sollte. Meumanns früher Tod 1915 unterbrach die dortigen Forschungsarbei­ten, die dann von William Stern fortgesetzt wurden.

Ernst Meumann hatte den Anspruch, die verschiedenen Gebiete der Philosophie, Psychologie und Pädagogik zu überblicken und als Einheit zu sehen; seine wissenschaftliche Arbeit orientierte sich an diesem Verständnis. Er übertrug Ansätze und Methoden der Empirisch-experimentellen Psychologie auf die Pädagogik, wobei er eng mit der Schulreformbewegung zusammenarbeitete. Mit Hilfe empirischer Disziplinen sollte eine „Pädagogik vom Kinde“ aus wissenschaftlich begründet werden.

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise