Prof. Dr. Carsten Nicolaisen

Biografie

Carsten Nicolaisen war ein Kirchenhistoriker, der an der Hamburger Universität die Arbeitsstelle für die Erforschung der Geschichte des Kirchenkampfes mit aufbaute und wichtige Beiträge zur Kirchengeschichte der Stadt publizierte.

Ab 1954 studierte er drei Jahre Evangelische Theologie, Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Göttingen, wo er im Februar 1957 das Philosophikum bestand. Seit dem Sommersemester 1957 setzte er das Studium der Theologie und Germanistik in Hamburg fort und legte dort im Juli 1959 das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Anschließend arbeitete er für ein Jahr als Lektor am „Deutschen Zentrum“ in Jönköping/Schweden und begann 1960 das Referendariat in Hamburg wo er zwei Jahre später das zweite Staatsexamen bestand. Anschließend unterrichtete er bis Ostern 1963 als Studienassessor an der Stormarnschule in Ahrensburg in Holstein, als er durch die Universität Hamburg abgeworben wurde: 1955 hatte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland die Kommission für die Geschichte des Kirchenkampfes in der nationalsozialistischen Zeit gegründet, um zwischen verschiedenen Richtungen innerhalb der Bekennenden Kirche zu vermitteln, Material zu sammeln und eine Bibliothek aufzubauen, mit dem Ziel, eine Grundlage zur wissenschaftlichen Erforschung des „Kirchenkampfes“ zu schaffen. Publiziert wurden die in diesem Kontext entstandenen Studien in der von der Kommission herausgegebenen Reihe „Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes“. 1971 erweiterte sich die Aufgabenstellung in die Zeit vor 1933 und nach 1945, so dass die Kommission in „Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte“ umbenannt wurde. Erster Vorsitzender war der Hamburger Kirchenhistoriker Kurt Dietrich Schmidt, der Nicolaisen die Stelle eines Sachbearbeiters bei der Kommission und damit die Möglichkeit zur Promotion anbot, die 1966 erfolgte.

Ein Jahr später wechselte Nicolaisen mit der Arbeitsstelle an die Ludwig Maximilian Universität München. Dort war er zunächst als wissenschaftlicher Assistent, dann als Akademischer Rat und von 1993 bis zu seiner Pensionierung 1999 als Akademischer Direktor tätig. Er unterrichtete Latein und leitete von 1967 bis 1999 die Geschäfts- und Forschungsstelle der Kommission bzw. ab 1974 der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte, der er im Ruhestand von 2000 bis 2003 vorstand.

An der Ausweitung der Kirchlichen Zeitgeschichte von der nationalsozialistischen Zeit in das Kaiserreich bzw. die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkte Nicolaisen aktiv mit. Nach 1992 setzte er sich für die Zusammenführung der deutsch-deutschen kirchenhistorischen Forschung ein.

1994 wurde Nicolaisen mit einer Festschrift geehrt und 1999 zum Honorarprofessor der Evangelisch-Theologischen Fakultät ernannt.

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise