Bernhard Pein

Biografie

Bernhard Pein war ein Lehrer, Schulleiter und ab 1938 Leiter der Hochschule für Lehrerbildung in Hamburg. Er legte 1912 die Reifeprüfung an der Oberrealschule Altona ab und studierte anschließend in Freiburg, Erlangen, Heidelberg, Kiel, Jena und Hamburg Romanistik und Anglistik sowie Geschichte und Philosophie. Von 1914 bis 1918 leistete er in Frankreich Kriegsdienst.1921 absolvierte Pein in Hamburg das erste Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen in den Unterrichtsfächern Englisch, Französisch sowie im Nebenfach Geschichte. 1923 bestand er an der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Berlin-Spandau die Turn- und Sportlehrerprüfung. An der Schleeschule in Altona absolvierte er 1923 die Assessorprüfung. Seit 1923 lehrte er am Seminar sowie an der Aufbauschule in Uetersen (heute Ludwig-Meyn-Gymnasium), an der er 1927 zum Studiendirektor und Schulleiter ernannt wurde. Politisch engagierte Pein sich schon frühzeitig im rechtsextremen Spektrum: 1919/20 war er Mitglied der paramilitärischen Organisation Escherich („Orgesch“), 1923 trat er dem Jungdeutschen Orden bei, dem er bis 1930 angehörte. Am 1. August 1932 wurde er Mitglied der NSDAP und 1933 Ortsgruppenleiter in Uetersen; der SA gehörte er von 1932 bis 1935 an, dem NSLB seit 1935. In der SS erreichte Pein den Rang eines Obersturmbannführers. Ehrenamtlich wirkte er im Abschnitt Hamburg des Sicherheitsdiensts der SS und arbeitete in der Dienststelle des SS-Obergruppenführers August Heißmeyer (1897-1979), die für die militärische Ausbildung der Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten zuständig war.

Von Mai bis Oktober 1933 war Pein als kommissarischer Oberschulrat und Regierungsdirektor kommissarischer Leiter der Abteilung für das höhere Schulwesen beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein in Schleswig; im November 1933 kehrte er nach Uetersen zurück. Doch bereits zum 1. Januar 1934 wechselte er als Leiter an die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Berlin-Spandau. Durch das Eingreifen des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wurde Pein zum 1. Juni 1938 trotz fehlender wissenschaftlicher Qualifikation Professor und Leiter der Hochschule für Lehrerbildung in Hamburg. Dagegen hatte sich nachdrücklich Reichsstatthalter Karl Kaufmann (1900-1969) ausgesprochen, der den gerade im Volksschulbereich erfahrenen Rudolf Peter (1884–1949) in dieser Position sehen wollte. Nach der Auflösung der Hansischen Hochschule für Lehrerbildung und der Verlagerung der Lehrerbildung an die Lehrerinnen- und Lehrerbildungsanstalten 1942 erwog das Reichsministerium Peins Einsatz in den besetzen Ostgebieten, dieser wurde jedoch in den Schuldienst der Gemeindeverwaltung abgeordnet. Als nomineller Leiter der Wichernschule und des zugehörigen Internats baute er SS-geleitete Heimschulen auf. 1944/45 war Pein kommissarischer Oberschulrat für die Lehrerbildungsanstalten und das Pädagogische Institut in Hamburg.

Im Juni 1945 wurde Pein auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht aus dem staatlichen Schuldienst entlassen und interniert. 1948 verurteilte die Bielefelder Spruchkammer Pein „wegen Zugehörigkeit zur SS in Kenntnis ihres verbrecherischen Charakters” zu einer Geldstrafe von DM 10 000,-, die durch die Internierungshaft als abgebüßt galt. Von 1948 bis 1951 leitete Pein die Dolmetscherschule auf dem Fliegerhorst Uetersen. Ab 1952 unterrichtete er im Hamburger Privatschulwesen, bis 1961 an der Handelsschule Rackow, anschließend bis 1968 am Jenisch-Gymnasium. 1968/69 hatte er trotz seines hohen Alters noch einen Lehrauftrag für Erdkunde und Englisch bzw. Französisch am Gymnasium im Aufbau Pinneberg-Thesdorf.

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise