Otto Wilhelm Sickert
Biografie
Otto Sickert war ein Hamburger Lehrer und Ingenieur. Er wuchs in London auf, bis seine Familie 1918 ausgewiesen wurde. In Blexersande und Nordenham besuchte er deutsche Schulen und legte im Herbst 1927 die Reifeprüfung ab. Ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes ermöglichte ihm das Studium der Ingenieurwissenschaften Fachrichtung Elektrotechnik, dann Eisenbahnwesen sowie Englisch und Russisch an der Technischen Hochschule Berlin. 1931/32 leitete er die Außenstelle der Studienstiftung in Charlottenburg. Schon im März 1933 wurde er wegen „staatsfeindlicher und staatsgefährdender Handlungen“ bei der Geheimen Staatspolizei denunziert und 1934 aus der Studienstiftung ausgeschlossen. 1935 konnte er trotz aller Schwierigkeiten sein Studium abschließen. Stellen im Staatsdienst blieben ihm aus politischen Gründen versagt, so dass er in der gewerblichen Wirtschaft tätig war. Von 1940 bis 1945 musste er Militärdienst leisten. 1945 arbeitet er bei der britischen Militärverwaltung.
1946/47 absolvierte Sickert einen Sonderlehrgang der Hamburger Schulbehörde, wurde 1949 außerplanmäßiger Lehrer und bestand 1951 die zweite Prüfung als Volksschullehrer. Von 1948 bis 1968 unterrichtete er an der Jenaplanschule in Wellingsbüttel und von 1968 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1974 an der Hauswirtschaftsschule in Volksdorf Mathematik, Physik, Englisch und Russisch. Sein besonderes Engagement galt der Förderung begabter Schüler in höheren Rechenarten, der Entwicklung und Durchführung von Intelligenztests und der Anwendung von Testverfahren für den Unterricht. Im Bereich der Lehrerfortbildung gab er von 1956 bis 1964 Kurse in Englisch. Im Ruhestand unterrichtete er noch zwei Jahre weiter in Volksdorf und an den Alsterdorfer Anstalten. Der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens gehörte er von 1947 bis 1975 an, als er aufgrund von inhaltlichen Differenzen austrat. Von 1976 bis 1985 lehrte er Englisch an der Volkshochschule in Duvenstedt.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise