Dr. phil. Hermann Theodor Strasosky
Biografie
Hermann Strasosky war ein lutherischer Pastor. Er studierte nach dem Abitur evangelische Theologie und legte 1889 das Kandidatenexamen ab. 1890 wurde Strasosky Religionslehrer an einer höheren Töchterschule und in Jena zum Dr. phil promoviert. 1891 erfolgte seine Wahl zum dritten Pastor in St. Pauli, 1907 wechselte der liberale Theologe an die neugegründete Gnadenkirche in St. Pauli-Nord. Von 1902 bis 1904 gehörte er als Abgeordneter der Fraktion der Rechten der Hamburgischen Bürgerschaft an, wo er sich 1903 für den Neubau des Völkerkundemuseums aussprach. Er sah die Hauptursache für die Kritik an der Kirche in der schwachen Stellung des Liberalismus in ihrem Innern und stellte den zweiten Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses infrage. 1920 verzichtete er auf das Beten des Vaterunser im Gottesdienst. 1923 wurde er auf Initiative seines Amtsbruders Franz Tügel und des Kirchenvorstandes gegen seinen Willen und den großer Teile seiner Gemeinde in den Ruhestand versetzt. Seine Auffassung von einem Christentum ohne Apostolikum wurde innerhalb der Kirche weder diskutiert noch toleriert. Die Kontroverse um ihn war Teil einer grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen liberaler und orthodoxer Theologie um die Gestalt der Volkskirche und das Bekenntnis- und Schriftverständnis im Protestantismus.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise