Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Franz Uhsadel
Biografie
Walter Uhsadel war ein lutherischer Theologe, Pastor und Religionspädagoge. Er studierte von 1920 bis 1924 Theologie und Philosophie in Marburg und Berlin. Nach den theologischen Examina (1924/1926) war er Hilfsprediger in Hamburg Alt-Barmbek und beim Kirchlichen Jugendamt, bis er 1928 Pastor an St. Gertrud wurde. Nach der Ausbombung im August 1943 vertrat er eine Pfarrstelle in Alt-Cuxhaven, die er von 1944 bis 1950 fest übernahm.
1932 gründete Uhsadel die norddeutsche Sektion der Gemeinschaft „Arzt und Seelsorger“ mit. Seit 1934 war er aktiv in der Evangelischen Michaelsbruderschaft. In seiner Gemeindearbeit ging es ihm um die Neubegründung der „kirchlichen Jugenderweisung“. Sein bekanntester Konfirmand war Helmut Schmidt. Früh beschäftigte sich Uhsadel mit der Psychoanalyse und hatte Kontakt zu dem Psychiater Carl Gustav Jung. Neben der kirchlichen Tätigkeit wandte Uhsadel sich der Pädagogik zu und wurde 1938 bei dem Erziehungswissenschaftler Wilhelm Flitner promoviert. 1950 wurde Uhsadel Studienleiter für Religionspädagogik am Pädagogischen Institut der Universität Hamburg und war Lehrbeauftragter an der Kirchlichen Hochschule und der Evangelisch-theologischen Fakultät. 1956 wurde er zum ordentlichen Professor für Praktische Theologie an die Universität Tübingen berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1965 lehrte.
Uhsadel publizierte über 400 Titel und wirkte zudem als Herausgeber mehrerer Zeitschriften. Inhaltlich verband er das reformpädagogische Anliegen und die Ideen der Jugendbewegung mit kirchlichen Erneuerungsbestrebungen.
Die Universität Helsinki verlieh ihm die Universitätsmedaille, die Friedrich-Naumann-Stiftung die Theodor Heuß-Plakette, die Universität Hamburg 1958 die theologische Ehrendoktorwürde.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise