Johannes Brahms
Biografie
Im ärmlichen Gängeviertel in der Neustadt wurde er geboren, im nah gelegenen Michel getauft und konfirmiert – Johannes Brahms ist ein echter Sohn Hamburgs. Als siebenjähriger erhält er bereits Unterricht in Klavier, mit zehn gibt er sein erstes öffentliches Konzert. Dass er aber als pianistisches Wunderkind auf Amerika-Tournee geschickt wird, wusste sein Lehrer zu verhindern. Die erste Konzertreise unternimmt der 20-Jährige 1853 zusammen mit dem Geiger E. Reményi. In Hannover lernt er den Geiger Joseph Joachim kennen, in Weimar Franz Liszt und in Düsseldorf Robert und Clara Schumann – der eine wird sein Förderer, die andere seine Freundin. Zurück in Hamburg widmet sich Brahms verstärkt der Chorarbeit. Doch 1963 kehrt er der Stadt, die ihm weder die Dirigentenstelle der Singakademie, noch 1867 die Leitung des Philharmonischen Orchesters übertragen will, den Rücken und geht als Leiter der Singakademie nach Wien. Eine Wohnung in der Karlsgasse 4 wird ab 1871 seine endgültige Adresse und Brahms ist bald darauf nur noch als freischaffender Künstler tätig und auf Konzertreisen unterwegs – als Interpret und Dirigent seiner eigenen Werke. "Ein deutsches Requiem" war 1868 bereits ein überwältigender Erfolg und markierte den endgültigen Durchbruch als Komponist. Als 1876 die 1. Sinfonie uraufgeführt wird, wird Brahms als neuer Beethoven gefeiert. Brahms zählt zu den einflussreichsten Komponisten des 19. Jahrhunderts, der abgesehen von der Oper in allen musikalischen Gattungen exemplarische Werke geschaffen hat: in der Orchestermusik (vier Sinfonien, Konzerte), der Kammermusik, Klaviermusik, Oratorien- und Chormusik sowie dem sehr umfangreichen Liedschaffen.1889 verleiht ihm die Stadt Hamburg den Ehrenbürgerbrief, für seine Geburtsstadt schreibt er daraufhin die Fest- und Gedenksprüche op 109. Als er jedoch 1894 aus Hamburg das Angebot erhält, nun doch Leiter des Philharmonischen Orchester zu werden, lehnt er ab.
Spuren in Hamburg
Brahmsallee, Harvestehude, seit 1899