György Ligeti

Biografie

Der Komponist György Ligeti zählt zu den erfolgreichsten Vertretern der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts. Er lehrte von 1973 bis 1989 als Professor für Komposition an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater.

Ursprünglich wollte Ligeti Mathematik und Physik studieren, doch als Jude wurde er von der Universität abgewiesen. Statt dessen begann er 1941 eine musikalische Ausbildung. Während sein Vater und sein Bruder deportiert werden und in Vernichtungslagern umkommen, gelang es Ligeti, durch mehrmalige Flucht sein Leben zu retten. In Budapest arbeitete er bis zum ungarischen Volksaufstand als Volksmusikforscher und Dozent für Harmonielehre und Kontrapunkt. 1956 floh er nach Wien und ging dann als freier Mitarbeiter zum Westdeutschen Rundfunks nach Köln. Im Studio für Elektronische Musik arbeitete er mit Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Luigi Nono zusammen. Später ließt er sich in Wien nieder und wurde österreichischer Staatsbürger.

Inspiriert von den technischen Möglichkeiten der Klangerzeugung, widmete sich Ligeti wieder der Instrumentalmusik zu und avancierte zu einem der populärsten Vertreter der zeitgenössischen Musik. Mit "Atmosphères" gelang1961 der internationale Durchbruch, einem Stück, das fast komplett auf Melodie, Harmonie und Rhythmus verzichtet und sich rein auf die Klangfarbe konzentriert. Stanley Kubrick verwendete Atmosphères in seinem Film „2001: A Space Odyssey“.

Als Dozent und Gastprofessor bereiste Ligeti Europa und die USA, bevor er von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1989 als Professor für Komposition an der Hamburger Musikhochschule lehrte. Zu seinen Schülern gehörten Renate Birnstein, Babette Koblenz, Manfred Stahnke, Wolfgang- Andreas Schultz und Denys Bouliane. In der Hamburger Zeit entstand die Oper "Le Grand Macabre", 2001 wird sein letztes Werk, das "Hamburgische Konzert" uraufgeführt. 1975 erhielt Ligeti den Bach-Preis der Stadt Hamburg, 2003 die Medaille für Kunst und Wissenschaft.