Franz Nölken

Biografie

Während sich der Unterricht seines Lehrers Arthur Siebelist zunächst noch in einem naturalistischen Stil niederschlug, prägte Franz Nölken später der französische Neoimpressionismus, und ab seinem zweiten Paris-Aufenthalt vor allem der Stil von Henri Matisse: Akte in flächiger Malweise entstehen in der Zeit ab etwa 1909.

Franz Nölken brach seine Schulausbildung am Johanneum (wo sein Vater als Musiklehrer arbeitete) schon im Alter von 16 Jahren ab, um gemeinsam mit seinem Freund Friedrich Ahlers-Hestermann die bekannte Malschule von Arthur Siebelist zu besuchen, welche ihm von Alfred Lichtwark empfohlen wurde. Die Schule Siebelists, 1899 gegründet, stellte insofern ein Novum dar, als dass man sich vor allem – entgegen der akademischen Tradition – auf Freilichtmalerei konzentrierte, und die Schüler vom direkten Vorbild der Natur malten. Damit stand die Schule ganz im Credo von Alfred Lichtwark und seiner Aufforderung an die Hamburger Künstler: „Meine Herren, malen Sie die hamburgische Landschaft!“. So nahm Nölken in der folgenden Zeit an Studienreisen teil, und wurde 1903 zusammen mit einigen der begabtesten Siebelist-Schülern (darunter auch Ahlers-Hestermann) in den Hamburgischen Künstlerclub von 1897 aufgenommen. Im folgenden Jahr stellte Nölken zusammen mit den anderen Mitgliedern erstmalig (in der Galerie Commeter) aus. 1905 lernte er den Sammler und Mäzen Ernst Rump kennen, der ihn förderte und den er im Malen unterrichtete. Eine Ausstellung zum französischen Neoimpressionismus, die Nölken in Paul Cassirers Kunstsalon sah, beeindruckte ihn sehr; in der selben Galerie sah er auch Werke von van Gogh. 1907 besuchte er Paris und schloss sich dem Künstlerkreis des Café du Dôme an. Diese Reise kann auch als Ausbruch aus dem Siebelist/Lichtwark-Umfeld gedeutet werden, in welchem sich die Künstler als „Heimatmaler-Versuchskaninchen“ (so später Ahlers-Hestermann) fühlten. 1908 war Nölken kurz Mitglied der Dresdner Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ und stellte auch in Dresden aus. 1909 ging er wieder nach Paris, gemeinsam mit Ahlers-Hestermann und Alfred W. Rosam, einem weiteren Mitglied des Künstlerclubs und Siebelist-Schüler. Sie nahmen Unterricht an der Malschule von Henri Matisse. Ab 1910 lebt er wieder in Hamburg, wo er sich mit Anita Rée anfreundete; seinen Lebensunterhalt verdiente er als Lehrer an der Malschule von Gerda Koppel. 1917 wurde Franz Nölken eingezogen. 1918 fiel er nur 34-jährig in Frankreich. 

Spuren in Hamburg

Nölkensweg, Barmbek-Nord, seit 1927

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise