Ivo Hauptmann
Biografie
Ivo Hauptmanns Werk stand stilistisch im Spannungsfeld des „Brücke“- Expressionismus und des Post-Impressionismus, besonders des Pointillismus. Zwischen diesen Einflüssen fand er zu seinem ganz eigenen Stil, starke und expressive Farben und betonte Konturen bestimmten sein Werk ab den 1920er Jahren, nachdem er sich vom Pointillismus abgewendet hatte.
Ivo Hauptmann wurde als Sohn des bekannten Dichters Gerhart Hauptmann geboren. Schon früh begann Ivo Hauptmann, sich mit der Malerei und dem Zeichnen zu beschäftigen. Gemeinsam mit der Mutter kam er nach der Trennung der Eltern nach Dresden. Mit seinem Freund Otto Mueller, der an der Dresdner Akademie lernte, besuchte er 1900 die Riviera, Lausanne und Luzern. Im selben Jahr zog Ivo zu seinem Vater, der ihm ein Atelier einrichtete, und in dessen Haus zahlreiche kunst- und kulturinteressierte Freunde ein- und ausgingen. 1902 beschloss man, den kunstbegeisterten 17-Jährigen für vier Monate nach Paris an die Académie Julien zu schicken, wo er zahlreiche Eindrücke sammeln konnte. Im Anschluss studierte er kurz in Berlin bei Lovis Corinth, dann an der Weimarer Akademie bei Ludwig von Hofmann, wo er auch Hans Arp kennenlernte. Er begegnete hier auch Edvard Munch, der zu Besuch nach Weimar geladen worden war. Bei einem weiteren Paris-Aufenthalt traf er auf Paul Signac, der besonderen Eindruck auf ihn machte. Er konzentrierte sich in der Folgezeit zunächst auf den Pointillismus und die Technik des Aquarells. Mit der Kunstgewerblerin Erica von Scheel bezog er ein gemeinsames Atelier in Paris. 1911 besuchten beide St. Tropez, wo zahlreiche Aquarelle entstanden. Ebenfalls 1911 stellte Hauptmann in Paris bei den „Indépendants“ aus. 1912 erfolgte die Heirat mit Erica von Scheel in Dresden. Das Paar entschloss sich, nach Hamburg zu gehen, wo Ivo Hauptmann schon des Öfteren auf Einladung von Otto Illies gemalt hatte. Nach Kriegsbeginn wurde Hauptmann in Teufelsbrück stationiert, kurz vor Kriegsende in Belgien. In Hamburg war er 1919 einer der Mitbegründer der Hamburgischen Sezession. Er war nun gezwungen, einem „Brotberuf“ als Kaufmann nachzugehen, malte nebenbei und schloss zahlreiche Freundschaften mit den anderen Sezessionisten. Zur Zeit der NS-Herrschaft war er zwar durch seinen berühmten Vater „geschützt“, litt aber trotzdem unter Diffamierungen und verkaufte kaum Werke. 1955 wurde er an die Hamburger Landeskunstschule berufen, wo er bis 1965 lehrte. 1962 wurde er mit dem Edwin-Scharff-Preis geehrt.
Spuren in Hamburg
Ivo-Hauptmann-Ring, Farmsen-Berne, seit 1987
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise