Karl Kluth
Biografie
Karl Kluth hat den Hamburgischen „Sezessionsstil“ entscheidend mit geprägt. Seine Motive waren häufig Landschaften, aber auch Akte und einige Selbstporträts. Dabei ist der Hintergrund häufig grafisch abstrahiert, kurvige Linien dominieren, und es herrscht eine tonige Farbigkeit, oft mit starker Kontrastwirkung, vor.
Eine zunächst begonnene Lehre als Lithograf (schon sein Vater übte diesen Beruf aus) brach Kluth 1917 ab, als er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Von 1919 bis 1922 studierte er die Malerei an der Staatlichen Akademie Karlsruhe. Bei einem Besuch lernte er Hamburg kennen und ließ sich hier nieder. Ab 1923 stellte er bei den Hamburger Sezessionisten aus, öffentliche Anerkennung wird ihm aber erst 1928 zuteil, als er bei einer Ausstellung über Hamburger Künstler in der Berliner Galerie Nierendorf teilnahm. 1929 besuchte Kluth den von ihm sehr verehrten Edvard Munch in Norwegen. Ab 1931 war er Mitglied der Hamburgischen Sezession, und wirkte auch an den bekannten „Zinnober“-Festen mit; im selben Jahr bereist er mit seinen Freunden Willem Grimm und Hans Ruwoldt Italien. 1933 verhinderten die Nationalsozialisten, dass Kluth (von Max Sauerlandt berufen) an der Landeskunstschule Hamburg lehrte. Ebenfalls 1933 wurde die zwölfte Ausstellung der Sezession geschlossen, da eines von Kluths Werken („Akt auf rotem Sofa“) als „pornographisch“ diffamiert wurde, mehrere Gemälde wurden zudem bei der Aktion „Entartete Kunst“ zerstört. Kluth zog sich in Folge dieser Entwicklung aus der Kunstszene zurück und arbeitete als Zeichenlehrer und Bühnenbildner. Er wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen, und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1949 zurückkehrte. Kluth hatte erneut Erfolg, wurde (diesmal durch Friedrich Ahlers-Hestermann berufen) Professor an der Landeskunstschule und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Er entwickelte seine Auslegung des Hamburgischen Sezessionsstiles weiter. 1950 wurde er zum Vorsitzenden des Deutschen Künstlerbundes gewählt. Von 1952 bis 1965 lehrte er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, dabei gehörten zu seinen Schülern einige der späteren Mitglieder der „Gruppe Zebra“. Bis zu seinem Tode am 15. Dezember 1972 war Karl Kluth künstlerisch tätig geblieben.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise