Fritz Kronenberg
Biografie
Seiner starken Nähe zu George Braque wegen nannte man Fritz Kronenberg scherzhaft auch „Kronenbraque“. Besonders beschäftigte ihn das Formale des Kubismus, also die Gliederung des Raumes im Bild, womit das Motiv selbst für ihn eher nachrangige Bedeutung hatte. Auch wenn er dabei stark abstrahierte, blieb er doch stets gegenständlich. Neben Stilleben und Landschaften entstanden auch Figurenbilder.
1919 begann Fritz Kronenberg seine künstlerische Ausbildung. An der Kunstgewerbeschule in Köln konzentrierte er sich besonders auf die Technik des Holzschnitts. Ein Jahr später war er an der Akademie in Düsseldorf, darauf lernte er (zusammen mit Karl Kluth) an der Karlsruher Kunstakademie. Nach dem Beenden des Studiums besuchte Kronenberg Amerika, dann auch Paris, wo er die Werke von Pablo Picasso, Juan Gris und George Braque sieht. Ab 1927 ließ er sich gemeinsam mit seiner Frau in Hamburg nieder. Finanziell waren sie durch die Familie seiner Frau abgesichert, sodass sich Kronenberg ganz auf die Malerei konzentrieren konnte. Im selben Jahr reiste er nach Südostasien, was die Farbigkeit seiner Werke entscheidend erhöhte. 1931 wurde er zum Mitglied der Hamburgischen Sezession und schnell zum allseits beliebten Kollegen der anderen Sezessionisten. In der Zeit des NS-Regimes wurde Kronenberg Opfer der Aktion „Entartete Kunst“, sechs seiner Werke wurden aus der Hamburger Kunsthalle bzw. dem Museum für Kunst und Gewerbe entfernt. Kronenberg zog sich zurück, blieb seinem Stil aber treu und malte – oft gemeinsam mit Emil Maetzel – weiter. „Unverfängliches“ wie Landschaftsbilder durfte er auch bis 1943 weiter ausstellen. 1938 reiste er nach Brasilien, und nach der Trennung von seiner Frau heiratete er 1940 erneut. 1943 brannten Wohnung und Atelier aus, sodass sich das Ehepaar gemeinsam mit dem 1941 geborenen Sohn entschloss, Hamburg zu verlassen und in schleswig-holsteinischen Keelbek zu leben. 1949 kehrten sie jedoch nach Hamburg zurück. 1950 wurde er Mitglied des deutschen Künstlerbundes, und er nahm seine Reisetätigkeit – etwa in die Karibik, nach Südamerika, und Dänemark – wieder auf. Mitte der 1950er Jahre strahlte der NDR eine Serie aus, in der Kronenberg verschiedene Maltechniken erklärt: „Malen mit Fritz Kronenberg“. 1958 erhielt er den Edwin-Scharff-Preis. An den Folgen einer Kopfoperation verstarb Fritz Kronenberg 1960.
Spuren in Hamburg
Hamburg, U-Bahn-Station Meßberg, Keramikwand
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise