Willem Grimm
Biografie
Bekannt ist Willem Grimm vor allem für seine Grafiken. Ab 1931 beschäftigte ihn vor allem das Motiv der sog. „Rummelpottszenen“: Der Hamburger Brauch des „Rummelpottlaufens“, bei dem Kinder verkleidet am Silvesterabend von Haus zu Haus ziehen, um Süßigkeiten zu erhalten, erhält bei Grimms Holzschnitten einen düster-makabren Ton. Weiter gehören Porträts, Stilleben und Landschaftsbilder zu seinem Oeuvre.
In Eberstadt geboren, studierte Willem Grimm zunächst an der Kunstgewerbeschule in Offenbach. Schon Großvater und Vater waren als Lithografen tätig. Bevor er sich ab 1924 in Hamburg niederließ, besuchte er Worpswede und sah dort die Werke von Paula Modersohn-Becker. In Hamburg widmete er sich zunächst vor allem der Grafik: an der Hamburger Kunstgewerbeschule lernte er bei Willi Titze. Dabei experimentierte er mit verschiedenen Formen der Grafik und war schon während seines Studiums sehr erfolgreich. Ab 1927 nahm er an den Ausstellungen der Hamburgischen Sezession teil, ab 1929/30 war er Mitglied der Gruppe und prägte entscheidend den Hamburger Sezessionsstil mit. Gefördert wurde er ab 1929 vor allem durch die Kunsthistorikerin Rosa Schapire (welche zu diesem Zwecke eine „Grimm-Gesellschaft“ gründete), sowie durch die Kunstsammlerin Emmy Ruben und den Kunsthändler Hildebrand Gurlitt. Mit Karl Kluth zusammen besuchte er 1934 Norwegen. Ab Mitte der 1930er Jahre zieht sich Grimm der Beschränkungen durch die NS-Herrschaft wegen (fünf seiner Werke werden im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus der Hamburger Kunsthalle entfernt) vollständig aus dem künstlerischen Leben zurück. Er arbeitet als Bauer in Worpswede, wurde aber bei Kriegsbeginn eingezogen. Viele seiner frühen Werke wurden 1943 in seinem Atelier bei einem Bombenangriff zerstört. Nach dem Krieg arbeitete er erfolgreich weiter, und wurde 1946 Professor an der Hamburger Landeskunstschule. 1959 wurde er mit dem Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg geehrt. 1986 verstarb er in Hamburg.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise