Hanne Darboven
Biografie
Hanne Darboven war eine bedeutende Konzeptkünstlerin. Ihr ging es um das Verarbeiten, Sammeln und „Nutzbarmachen“ von Informationen, wobei ihr besonderes Augenmerk vor allem im späten Werk auf der Kulturgeschichte lag. Dabei folgte sie strengen Konzepten, etwa der Bildung von Quersummen von Daten, die sie als Verlauf darstellte. Neben handgeschriebenen Zetteln nutzte auch das Buch als Medium für ihr Werk. Hanne Darboven wurde als Tochter einer Hamburger Kaufmannsfamilie in München geboren, verbrachte ihre Kindheit und Schulzeit jedoch in Hamburg. Sie begann 1962 ein Kunststudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Willem Grimm, Kai Sudeck, Theo Garve, später auch bei Almir Mavignier. In dieser Zeit wurde sie stark von den Ideen und Ansätzen der Gruppe Zero geprägt. 1966 beschloss sie, nach New York zu gehen, wo sie anfangs sehr isoliert lebte, dann aber Freundschaften zu den Sol LeWitt und Carl Andre, Vertreter der Minimal Art, schloss, die sie ebenso nachhaltig beeinflussen sollten. LeWitt vermittelte ihr auch erste Kontakte zu Galeristen in New York. Hier begann sie, auf Millimeterpapier serielle „Zahlenzeichnungen“ zu erschaffen, wobei sie etwa die Kalenderdaten mit einbezog und andere Daten verrechnete. 1967 erfolgte eine Ausstellung im Lannis Museum of Normal Art in New York. Ein Jahr später kehrte sie nach Hamburg zurück – ihr Vater war gerade verstorben – und richtete sich ein Atelier in ihrem Elternhaus ein. Neben Zahlen bezog sie nun auch Text mit in den Werkprozess ein. Ab 1975 begann sie mit einem ihrer Hauptwerke, der „Schreibzeit“: 3300 DIN A4 -Seiten füllte sie bis 1980 mit Zahlen, Zitaten, Zeitungsberichten, auch mit Collagen. Um 1979 entstanden auch Partituren, welche darauf beruhten, die Zahlen in Noten umzuwandeln. Ab den 1980er Jahren erhielt sie zahlreiche Ehrungen für ihr Werk: 1986 wurde sie mit dem Edwin-Scharff-Preis ausgezeichnet, 1994 erhielt sie den Lichtwark-Preis, 1995 den Internationalen Preis des Landes Baden-Württemberg für bildende Kunst. Im Jahr 2000 erhielt Hanne Darboven eine Ehrenprofessur an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise