Ilse Fromm-Michaels

Biografie

Ilse Fromm-Michaels zählt als Komponistin, Pianistin und Klavierpädagogin zu den eindrucksvollsten Künstlerpersönlichkeiten Hamburgs. Bereits als 13-Jährige studierte sie Komposition und Klavier, zuerst an der Musikhochschule in Berlin, anschließend von 1905–1908 am Stern'schen Konservatorium und von 1911 bis 1913 in Köln.

Als Konzertpianistin sorgte sie mit Interpretationen zeitgenössischer Kompositionen und eigner Werke für Aufsehen, und auch nach ihrer Heirat 1915 setzt sie ihre intensive Konzerttätigkeit fort und tritt mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten wie Hermann Abendroth, Max Fiedler, Wilhelm Furtwängler, Artur Nikisch und Otto Klemperer auf.

Ihr kompositorische Werk zeigt in einer ersten Phase ab 1908 eine Entwicklung von spätromantischen Klavierminiaturen zu größeren Klavierwerken. Ab 1920 galt ihr Interesse der Kammermusik und dem Lied, in den 30er Jahren entstanden auch Werke für Orchester.

1933 wurde ihr Mann, der Amtsrichter Walter Michaels, wegen seiner jüdischer Herkunft zwangsweise pensioniert, ein Jahr darauf wurde Ilse Fromm-Michaels mit Berufsverbot belegt. Damit war sie vom Konzertleben ausgeschlossen, auch durften ihre Kompositionen nicht mehr gespielt werden. Bis 1945 bestritt sie ihren Lebensunterhalt als Klavierlehrerin, 1946 wurde sie Dozentin und von 1957 bis 1959 Professorin an der Musikhochschule Hamburg.

Als erste Frau wurde Ilse Fromm-Michaels 1946 in die Akademie der Künste Hamburg gewählt und erhielt 1956 die Ehrenplakette der Akademie für ihr Gesamtwerk. 1964 verlieh die Stadt Hamburg der Komponistin die Brahms-Medaille.

Als Komponistin war Ilse Fromm-Michaels nach 1950 jedoch verstummt. Nach den tragischen Erlebnissen während der NS-Zeit war ihr das Komponieren nach eigenen Aussagen unmöglich geworden. Sie starb am 22. Januar 1986 in Detmold

Spuren in Hamburg

Ilse-Fromm-Michaels-Weg, Othmarschen, seit 2008