Kurt Ganske
Biografie
Kurt Ganske zählte zu den großen Hamburger Verlegerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der Buchverlag Hoffmann und Campe ist das Herzstück der heutigen Ganske Verlagsgruppe mit Sitz im Harvestehuder Weg 41 in Hamburg-Winterhude. Zu Kurt Ganskes erstem verlegerischen Erfolg wurde der Ausbau des 1907 in Kiel gegründeten väterlichen Unternehmens „Lesezirkel Daheim Richard Ganske“. Mit 19 Jahren stieg Kurt Ganske in das Geschäft ein und schaffte es, bis 1930 den Familienbetrieb zum größten deutschen Lesezirkel weiterzuentwickeln. 1938 beschäftigte der Zeitschriften-Lieferservice 1.300 Mitarbeiter, unterhielt Filialen in ganz Deutschland und belieferte 180.000 Abonnenten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang Ganske der Wiederaufbau des Lesezirkels mit raschem Erfolg; nun unter dem leicht veränderten Namen „Leserkreis Daheim“. 1947 gründete Kurt Ganske außerdem die Reisefachzeitschrift „Merian“. Fast zeitgleich startete Ganske auch den Jahreszeiten Verlag, der zu seinem zweiten wichtigen Standbein werden sollte. Der Jahreszeiten Verlag verlegt heute erfolgreiche Zeitschriften wie „Petra“, „Der Feinschmecker“ oder „Architektur und Wohnen“. Neben Leserkreis und Jahreszeiten Verlag prägte Kurt Ganske schließlich einen weiteren Verlag in Hamburg ganz entscheidend: Hoffmann und Campe. Schon 1941 nahm er eine fünfzigprozentige Beteiligung auf, 1950 übernahm er den Verlag ganz. Zu einem der wichtigsten Autoren, den Kurt Ganske für das Haus gewann, wurde Siegfried Lenz. Sein Erstlingswerk, „Es waren Habichte in der Luft“, erschien 1951 bei Hoffmann und Campe, sein wohl berühmtester Roman, „Deutschstunde“ im Jahr 1968.