Adolf Biedermann
Biografie
Adolf Biedermann wurde am 30.3.1881 in Hamburg geboren. Als sein Vater früh verstarb, musste seine Mutter ihn in ein Waisenhaus geben, da sie nicht in der Lage war, ihn neben den anderen fünf Kindern und der Weiterführung des väterlichen Malerbetriebs zu versorgen. Zunächst machte Biedermann eine Ausbildung zum Schlosser und ging dann auf Wanderschaft. Nach einer zweijährigen Militärzeit kehrte er nach Hamburg zurück, wo er neben seinem Beruf Abendkurse im örtlichen Arbeiterbildungsverein belegte. 1907 trat er der SPD bei, wo er eher dem rechten Flügel angehörte und wurde 1912 Vorsitzender des Distrikts Barmbek. Außerdem war er Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes. 1914 sollte er die Reichsparteischule der SPD in Berlin besuchen, dies wurde jedoch durch den Beginn des Ersten Weltkrieges verhindert. Nach dem Krieg wurde er 1919 sowohl in die Hamburger Bürgerschaft als auch zum Parteisekretär der SPD gewählt. Von 1926 bis 1933 war Biedermann im Reichstag und seit 1927 Gauvorsitzender des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Hamburg. Er stimmte mit "Nein" bei der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz vom 25.3.1933. Im Mai 1933 fuhr er von Köln zurück nach Hamburg. Am 11. Mai wurde er tot an der Bahnstrecke bei Recklinghausen gefunden. Ob es Selbstmord oder ein Anschlag war, ist nicht geklärt, aber Hamburger Sozialdemokraten und Kommunisten machten die Nationalsozialisten verantwortlich.
Spuren in Hamburg
Biedermannplatz in der Nähe von Biedermanns Wohnung in der Jarrestraße; Gedenktafel in der Jarrestraße; Stolperstein vor dem Hamburger Rathaus
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise