Dr. Herbert Ruscheweyh
Biografie
Herbert Ruscheweyh wurde am 13.11.1892 in Hamburg geboren. Er studierte Rechtswissenschaft in der Schweiz und promovierte 1918 in Kiel. Zunächst war er als Jurist in Hamburg tätig und Mitglied im Vorstand der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer. 1917 trat er der SPD bei und wurde in den großen Arbeiterrat gewählt. Seit 1928 war er Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, ab 1931 dessen Präsident. Im März 1933 war es seine Aufgabe, den unter Führung der Nationalsozialisten neu gebildeten Senat zu vereidigen. Er setzte sich außerdem für die Aufklärung der Verhaftungen von Ernst Thälmann und Etkar André ein, sowie weiterer Verhaftungen von KPD-Mitgliedern und Hausdurchsuchungen bei SPD-Mitgliedern. Mit dem „Vorläufigen Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ wurde er Ende März 1933 aus seinem Amt enthoben. Danach arbeitete er weiter als Anwalt und machte sich vor allem in politischen Prozessen einen Namen. Unter anderem verteidigte er Julius Leber 1933 vor dem Lübecker Schwurgericht. Nach dem Hitler-Attentat 1944, von dem Ruscheweyh durch Dahrendorf unterrichtet worden war, wurde er einen Monat im KZ Fuhlsbüttel interniert. Nach dem Krieg war er am demokratischen Aufbau beteiligt und setzte sich vor allem für ein demokratisches Rechtswesen ein. 1961 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen. Er verstarb am 11.3.1963 in Hamburg.
Spuren in Hamburg
Ruscheweyhstraße
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise