Carl Cohn

Biografie

Carl Johann Cohn war ein Hamburger Überseekaufmann, Politiker und Senator.

Er wurde am 19.11.1857 als Sohn einer jüdischen Familie in Neustrelitz geboren, wo er das Gymnasium Carolinum besuchte. 1877 begann er eine Lehre in der Hamburger Firma David Lippert & Co., die Wollhandel mit Südafrika betrieb. Cohn war beruflich in England, Schottland und Südafrika tätig. Als Lippert & Co 1882 Konkurs ging, gründete er ein Jahr später die Firma Arndt & Cohn mit Niederlassungen in Durban, Port Elizabeth, Johannesburg und Kapstadt und erhielt bald großes Ansehen im Hamburgischen Im- und Exportgeschäft. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann wirkte Cohn außerdem als ehrenamtlicher Handelsrichter und saß im Aufsichtsrat der Hamburger Wasserwerke sowie der Hamburgischen Elektrizitätswerke. Er war von 1913 bis 1929 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft in der von ihm mitbegründeten Deutschen Demokratischen Partei. In den Jahren 1921 bis 1929 war er Hamburger Senator. Ab 1924 amtierte er als Finanzsenator und hatte somit das seinerzeit einflussreichste Amt des Hamburger Senats nach dem Ersten Bürgermeister inne. Cohn gehörte zu den wenigen jüdischen Politikern, die seinerzeit in herausragender Position tätig waren. Anlässlich eines Disputs um die Senatsverkleinerung legte er jedoch 1929 sein Amt nieder. Ihm wurde die Bürgermeister-Stolten-Medaille der Hansestadt Hamburg verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen für besondere und bleibende Verdienste um Hamburg. Mit ihm und Max Mendel schieden bereits vier Jahre vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten die beiden letzten jüdischen Politiker aus dem Hamburger Senat aus.

Cohn verstarb am 7.5.1931 in Hamburg.

Spuren in Hamburg

Carl-Cohn-Straße (Alsterdorf/Winterhude)

Bilder, Dokumente und Medien

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literaturhinweise