Johann Julius Reincke
Biografie
Julius Reincke war Mediziner und Politiker. Er stammte aus einer Altonaer Familie. Sein Vater, der Kaufmann Theodor Reincke (1805–1882), war von der holsteinischen Ständeversammlung in dem dänischen Reichsrat gewählt worden und wurde später Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Julius Reincke studierte Medizin und Zoologie und beschäftigte sich anschließend mit morphologischen Studien im Mittelmeer sowie auf Helgoland. Ab 1869 war er zunächst als Assistenzarzt am Allgemeinen Krankenhaus in St. Georg tätig, später ließ er sich als Hausarzt nieder. Reincke machte sich einen Namen durch die kostenfreie Behandlung mittelloser Patienten. Ab 1875 arbeitete er zusätzlich als Physikus, einer Art Amtsarzt, sowie als Apothekenrevisor. Zur Zeit der Choleraepidemie von 1892 setzte Reincke sich für Reformen im Gesundheitswesen ein. Nach Eindämmung der Epidemie wurde er 1893 zunächst zum Medizinalinspektor, später zum Medizinalrat ernannt. Während seiner Amtszeit in dieser Position setzte Reincke beim Hamburger Senat eine Reihe von Erneuerungen durch. Zudem war er maßgeblich an der Gründung des Hygienischen Instituts, des Tropenmedizinischen Instituts sowie der ersten modernen Müllverbrennungsanlage Hamburgs beteiligt. Reincke war er Mitglied des Kaiserlichen Gesundheitsamtes sowie des Reichsgesundheitsrats. Er gehörte der Nationalliberalen Partei an und war von 1879 bis 1891 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Kaiser Wilhelm II. ehrte ihn mit dem Kronenorden zweiter Klasse, welchen er jedoch nie anlegte, da es sich, so Reincke, um „einen Orden eines fremden, souveränen Fürsten“ handeln würde.
Spuren in Hamburg
Spuren in Hamburg:
- Reinckeplatz (Eppendorf, 1911-1964)
- Reinckeweg (Hummelsbüttel)
- Julius-Reincke-Stieg (Eppendorf)
Bilder, Dokumente und Medien
literaturhinweise