Max Mendel

Biografie

Max Mendel war Kaufmann, Genossenschafter und Politiker.

Er wurde am 19.5.1872 in Hamburg geboren und stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Im Alter von 14 Jahren musste er das Realgymnasium des Johanneums aufgrund einer Hüftgelenkerkrankung vorzeitig verlassen und erhielt fortan Privatunterricht. Die Krankheit hatte er nach eineinhalb Jahren überwunden. Mendel widmete sich volkswirtschaftlichen Studien und wurde 1889 Buchhalter im väterlichen Großhandelsgeschäft. Er wurde zudem Mitglied im sozialdemokratisch orientierten Zentralverband der Handlungsgehilfen. Für den Verband hielt er Vorträge und war mit dem Leiter Max Josephsohn befreundet, durch welchen er an den Vorarbeiten zur Gründung des Konsum-, Bau- und Sparvereins „Produktion“ einbezogen wurde. 1900 wurde Mendel als Nachfolger Josephsohns für das Amt des Schriftführers im Aufsichtsrat der Genossenschaft gewählt und 1909 zum Finanzgeschäftsführer berufen. Außerdem wurde er in die Aufsichtsräte der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Konsumvereine (1913), der Volksfürsorge (1920) und weiterer gemeinwirtschaftlichen Unternehmen gewählt. Von 1920 bis 1928 wirkte er als Vorsitzender des Vorstandes der Genossenschaft und galt als Finanzexperte. 1928 unterlag Mendel innerhalb der Genossenschaft einem Richtungsstreit, bei dem auch antisemitische Tendenzen mitspielten, und wurde zum Ende des Jahres abberufen. In den Jahren 1925 bis 1929 saß Mendel für die SPD im Hamburger Senat. Bei seinem Ausscheiden wurden gesundheitliche Gründe genannt, jedoch spielte vermutlich vielmehr Mendels jüdische Herkunft eine Rolle. Auch der damalige Senator Carl Cohn musste sein Amt räumen, womit 1929 die beiden letzten jüdischen Politiker aus dem Hamburger Senat ausgeschieden waren. Im Juli 1942 wurden Mendel, seine Frau und weitere Angehörige in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er am 10.8.1942 starb.

Spuren in Hamburg

Mendelstraße (Hamburg-Lohbrügge); 2005 wurde der 1000. Stolperstein vor dem Hamburger Rathaus als Erinnerung an Max Mendel eingesetzt

Bilder, Dokumente und Medien

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Max Mendel_Literatur.pdf
literaturhinweise