Gustav Sthamer wurde am 24.11.1856 in Groß Weeden bei Ratzeburg geboren. Seine Familie zählt zu den alten Hamburger Familien. Sthamer studierte Jura und promovierte 1878 in Göttingen. 1879 ließ er sich in Hamburg als Anwalt nieder. 1892 wählte man ihn den Vorstand der Hamburger Anwaltskammer und 1900 in das Präsidium der Oberschulbehörde. Er war ab 1901 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, bis er 1904 in den Senat gewählt wurde. Während des Ersten Weltkrieges wurde er beurlaubt und übernahm das Amt des Präsidenten...
Martin Abraham Stock war ein Hamburger Fußball-Spieler und Sportfunktionär. Nach dem 2. Weltkrieg war er Mitglied im DFB-Vorstand. Während der NS-Herrschaft wurde er im Dezember 1936 wegen „Rasenschande“ von der Gestapo festgenommen, aber einen Monat später wieder freigelassen. Er wirkte anschließend als Spieler, Schiedsrichter und Funktionär für die jüdische „Sportgruppe Schild“, bis diese nach der Reichspogromnacht im November 1938 aufgelöst wurde. Am 8. November 1941 gehörte Stock zu den 969 Hamburger Juden, die...
Übersetzer, Dichter und Lyriker Christian wurde als Sohn des dänischen Geheimrats und Kammerherrn, Graf Christian Günther zu Stolberg-Stolberg in Hamburg geboren. Seine Schwester war die spätere Stiftsdame Gräfin Augusta Louise und sein Bruder Graf Friedrich Leopold. Nach dem frühen Tod des Vaters kümmerte sich der spätere Freund und Bruder-Freimaurer Friedrich Gottlieb Kloppstock um die Erziehung der drei Kinder. Von 1770 bis 1772 studierte Christian zusammen mit seinem Bruder Friedrich Leopold zuerst in Halle und...
Dichter, Übersetzer und Jurist Friedrich Leopold wurde am 7. November 1750 als zweiter Sohn des Oberkammerherren, Graf Christian Günther zu Stolberg-Stolberg und dessen Ehefrau Christiane, geb. Gräfin zu Castell-Remlingen, geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm Friedrich Gottlieb Kloppstock die Verantwortung für seine Erziehung. Gemeinsam mit seinem Bruder Christian studierte er von 1770 bis 1772 zuerst in Halle an der Saale und später in Göttingen Jura und Literatur. Von 1777 bis 1780 vertrat er in Kopen...
Hermann Stoltz verließ 1863 das Gymnasium Johanneum in Lüneburg mit Primareife. Er begann eine Lehre bei der Bremer Importfirma F. W. Helmers & Sohn, die er nicht beendete, und ging 1866 nach Rio de Janeiro. Dort trat er in die deutsch-brasilianische Handelsfirma Brandes Kramer & Ferreira ein und wurde schon bald deren Teilhaber. 1884 erfolgte die Umbenennung in Herm. Stoltz & Cie., gleichzeitig wurde eine Filiale in Hamburg gegründet und Stoltz zog mit seiner Familie in die Hansestadt. Die Firma eröffnete weitere...
Justus Strandes war ein erfolgreicher Geschäftsmann und einflussreicher konservativer Politiker, der sich nachhaltig in und für Hamburg engagierte. Er absolvierte von 1875 bis 1878 eine kaufmännische Ausbildung im Hamburger Handelshaus Hansing & Co, war ab 1879 Kommis und von 1882 bis 1888 Leiter der Hansingschen Niederlassung in Sansibar. 1885 wirkte er am Abschluss des Handelsvertrages zwischen dem Deutschen Reich und dem Sultan von Sansibar mit. 1890 kehrte er als Prokurist bei Hansing & Co. nach Hamburg zurück,...
Hermann Strasosky war ein lutherischer Pastor. Er studierte nach dem Abitur evangelische Theologie und legte 1889 das Kandidatenexamen ab. 1890 wurde Strasosky Religionslehrer an einer höheren Töchterschule und in Jena zum Dr. phil promoviert. 1891 erfolgte seine Wahl zum dritten Pastor in St. Pauli, 1907 wechselte der liberale Theologe an die neugegründete Gnadenkirche in St. Pauli-Nord. Von 1902 bis 1904 gehörte er als Abgeordneter der Fraktion der Rechten der Hamburgischen Bürgerschaft an, wo er sich 1903 für de...
Er studierte von 1929 bis 1932 Innenarchitektur an der Kunstakademie in Hannover. Danach arbeitete er von 1933 bis 1935 bei Le Corbusier in Paris. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er bei Carl August Bembé in München und bei Alfred Stieler in Stralsund, wo er 1938 ein Büro gründete. 1946–1956 war er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Grindelhochhäuser in Hamburg, wo er 1948 ein eigenes Büro in Hamburg eröffnete. * 1946–1956 Grindelhochhäuser * 1949 Bali-Kino, Hamburg-Altstadt, * 1950–1951 Iduna-Germania...
Der Lebenslauf von Albin Stuebs spiegelt eine der wechselvollen Emigrationsgeschichten, eine der 'gebrochenen Biographien' des 20. Jahrhunderts. Stuebs war Schriftsteller und Publizist und seit den 1940er Jahren Redakteur beim Rundfunk. In Hamburg machte er sich besonders um die Förderung des journalistischen Nachwuchses verdient und setzte durch eigenwillige Unterhaltungssendungen in Hörfunk und Fernsehen Akzente. Ausführlichere Informationen enthält das beigefügte pdf-Dokument „Albin Stuebs“.
Günther Ludwig Stuhlmann kam als Sohn des Kammerrates Casper Hinrich und seiner Frau Sophia Dorothea, geb. Detenhof in Neumühlen bei Altona zur Welt. Als junger Mann begab er sich auf Reisen durch ganz Europa, um Fachmann für Gas- und Wasserversorgung zu werden. So leitete er in Kopenhagen über mehrere Jahre die Gasanstalt, die auch für die Erleuchtung des dortigen Kasinos zuständig war. 1854 gründete Stuhlmann auf dem Gelände der Kalkbrennerei seines Vaters in der Großen Elbstraße 151 eine eigene Gasanstalt, um Al...
Der Studienrat Gerhard Stöck war erfolgreicher Leichtathlet und Goldmedaillen-Gewinner im Speerwurf bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, bei denen er außerdem im Kugelstoßen eine Bronzemedaille errang. Zuvor war er 1935 Studentenweltmeister im Speerwurf und Fünfkampf geworden. Schon 1933 war er der SA beigetreten und im Lauf der Jahre bis zum Sturmbannführer (Major) befördert worden, seit 1937 war er Mitglied der NSDAP. Im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung arbeitete er als Sportr...
Helga Stödter entstammte einer Berliner Familie des Bildungsbürgertums. Die Eltern förderten und erzogen sie zu einer kritischen Haltung gegenüber dem NS-Regime. Helga Stödter studierte Auslandswissenschaften, wechselte dann zur Volkswirtschaft und später ins Fach Jura. Helga Stödter war zweimal verheiratet: 1949 heiratete sie in erster Ehe einen Arzt und bekam mit ihm eine Tochter. In zweiter Ehe war sie mit dem Hamburger Reeder und Juristen Rolf Stödter (1909-1993) verheiratet. Helga Stödter führte ein Leben als...
Christoffer Suhr, geboren 29.5.1771 in Hamburg, gestorben 13.5.1842 ebd.. Erste künstlerische Ausbildung in Hamburg bei Franz Conrad Löhr und Lorenz Lönberg, dann 1790-1792 bei Johann Friedrich Weitsch in Salzdahlum, 1792-1795 in Italien, auf der Rückreise Besuch in Dresden und Berlin. Seitdem in Hamburg ansässig; 1796 Ernennung zum Professor extraordinarius der Berliner Akademie. Tätig als Bildnismaler, vor allem aber bekannt durch seine als Aquatinta vervielfältigten Serien zum Hamburger Volksleben.
Mirko Szewczuk war einer der führenden Karikaturisten in der bundesdeutschen Medienlandschaft der frühen Nachkriegszeit. Der aus Wien stammende Künstler fing 1946 bei der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ an und stieg dann zum Chefzeichner der „Welt“ auf. Bei der Wochenzeitung, die seit 1953 zum Hause Springer gehörte, blieb er bis zu seinem frühen, überraschenden Tod 1957. Berühmt wurde Szewczuk parallel zu seiner Tätigkeit bei der „Welt“ durch seine Arbeit für den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR). Seit 1953 war...
Geboren am 16. November 1801 als Sohn des Weinhändlers Friedrich Christian Söhle, arbeitete Johann Christian Söhle vermutlich bereits 1829 im Bankhaus M. J. Haller. Am 26.9. dieses Jahres heiratete er Auguste Clara Haller, die Tochter Marin Joseph Hallers, des Inhabers des Bankhauses und wurde Partner seines Schwiegervaters. Die Bank hieß fortan Haller Söhle & Co. Nach dem Tod von Martin Joseph Haller 1852 war Johann Christian Söhle der Senior der Firma, dessen Mitinhaber auch Johann Eduard Haller, der jüngere Sohn...
Dorothee Sölle wurde am 30.09.1929 in Köln geboren. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Philosophie und Klassische Philologie in Köln und wechselte bald die Studienfächer. Sie studierte fortan Evangelische Theologie und Germanistik in Freiburg und Göttingen und promovierte 1954 zum Dr. phil. Von 1954-1960 war Sölle Lehrerin an einem Mädchengymnasium in Köln-Mülheim. Sie arbeitete als freie Mitarbeiterin für den Rundfunk und verschiedene Zeitschriften. 1962 wurde sie Assistentin am Philosophischen Institut der TH...
Dorothee Sölle war eine in Hamburg aktive lutherische Theologin und Schriftstellerin. Von 1949 bis 1951 studierte sie Philosophie, Germanistik und Klassische Philologie in Köln und Freiburg, von 1951 bis 1954 Evangelische Theologie und Germanistik in Göttingen. 1954 wurde sie in Göttingen promoviert und legte das Staatsexamen ab. Von 1954 bis 1960 unterrichtete sie in Köln die Fächer Religion und Deutsch. Sie heiratete den Maler Dietrich Sölle, mit dem sie drei Kinder hatte. 1965 trennten sie sich. 1969 heiratete S...
Georg Philipp Telemann war Musikdirektor (1721-1767) und Operndirektor (1722-1738) in Hamburg. Wenn einer daran gearbeitet hat, Hamburg zu einer europäischen Musikmetropole zu machen, dann er: Georg Philipp Telemann. Als der Rat der Stadt den gebürtigen Magdeburger am 10. Juli 1721 zum Kantor des Johanneums und zum Director musices der Stadt Hamburg wählt, ist der 40-Jährige bereits ein gemachter Mann. Sein um 1700 in Leipzig begonnenes Jurastudium hat er abgebrochen, um seine musikalischen Neigungen auszuleben, er...
Käthe Schlichting wurde am 2.4.1903 in Hamburg geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Gymnastiklehrerin und leitete diverse Gruppen im sozialdemokratischen Arbeiter-, Turn- und Sportbund. Außerdem arbeitete sie im Hamburger Gewerkschaftshaus, wo sie für die Bäckergewerkschaft frauenpolitische Arbeit übernahm. Später arbeitete sie im Metallarbeitergewerkschaft, wo sie ihren Mann Richard Tennigkeit kennenlernte. Zusammen hatten sie einen Sohn. Als Mitglieder der kommunistischen Hamburger Widerstandsgruppe Bästl...
Ebba Tesdorpf, geboren 23.1.1851 in Hamburg, gestorben 22.2.1920 in Ahrweiler, Tochter des Kaufmanns Hans Peter Friedrich Tesdorpf und der Antoinette Karoline Mohrmann, verwitwete Abendroth. Schülerin von Bernhard Mohrhagen und Johann Theobald Riefesell in Hamburg. Auf des letzteren Anregung hin zeichnerische Dokumentatorin des alten Hamburger Stadtbildes während der Abbruchphase in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. 1898 Übersiedlung nach Düsseldorf und Studium an der dortigen Akademie unter Hermann Gr...